Frankfurter Dentalforum für Zahnimplantologie

Knochendefekte

Ziel der Implantologie ist die langfristige Versorgung eines Zahnverlustes. Eine stabile und quantitativ ausreichende Knochensubstanz ist Voraussetzung für den sicheren Halt eines Implantates. Der sichere Umgang und die Erfahrung des Chirurgen mit Technik und Material sind entscheidend für den Behandlungserfolg. Je nach Art und Größe des Knochendefektes kommen verschiedene Methoden zur Knochengewinnung zum Einsatz:




PRP aus körpereigenem Blut

Platelet-Rich Plasma = Thrombozytenreiches Plasma


Mit blutplättchenreichem Plasma wird mehr Sicherheit und schnellere Regeneration des Implantatlagers erreicht, da in dem plättchenreichen Plasma knochenwachstumsfördernde Faktoren in konzentrierter Form enthalten sind. PRP beinhaltet also für die Knochenbildung wichtige Wachstumsfaktoren, auf Grund derer die knöcherne Regeneration verbessert und beschleunigt werden kann. Dieses thrombozytenreiche Plasma wird aus Eigenblut kurz vor oder während der Implantation gewonnen und als Konzentrat an die Defektstelle und/oder das Implantat gebracht. Es ist nicht toxisch, nicht allergen, immunologisch unbedenklich, und es enthält eine sehr große Anzahl an Wachstumsfaktoren, die jegliche Wundheilung und damit auch die knöcherne Regeneration nicht nur iniziieren, sondern optimieren und beschleunigen. Dies bedeutet für Patienten und Behandler eine verkürzte Wartezeit bis zum erwünschten Behandlungserfolg. Da es sich beim PRP um körpereigene Substanzen handelt ist jeder Kontakt mit Fremdmaterialien und deren ungewollten Nebenerscheinungen ausgeschlossen. Dieses Verfahren empfiehlt sich für alle knochenbildenden Eingriffe, besonders aber bei den Patienten, die eine schlechtere Knochenregeneration aufweisen (z.B.: ältere Patienten, Diabetiker, Osteoporose-Erkrankte usw.)




Gesteuerte Knochenregeneration mit Membrantechnik


Künstliche oder bevorzugt natürliche Knochensubstanz wird unter eine Membran gebracht, die den Knochendefekt bedeckt. Nach einer Heilphase, in der gesunder Knochen entsteht, kann implantiert werden. Die Membran besteht entweder aus einem sich selbst zersetzenden Material und braucht nicht entfernt werden oder wird während der zweiten Operation, in der das Implantat gesetzt wird, wieder entfernt.



Beschreibungstext

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Distraktionsosteogenese
(Distraktion=Dehnung; Osteogenese=Knochenneubildung)


Bei der Distraktionsosteogenese handelt es sich um ein neues Verfahren zur Knochenhöhengewinnung bei Teildefekten des Kieferknochens. Man spricht von "vertikaler Kallusdistraktion des Alveolarkammes"

Ausgangssituation: insuffizentes Prothesenlager; die geringe Knochenhöhe (markiert durch weiße Linie beim Überfahren mit der Maus) macht eine Implantation zur Befestigung einer Prothese schwierig.



 

Der Distraktor, er ähnelt einem Streckverband



 

Höhengewinn: bis zu 1mm/Tag


Behandlungsergebnis: sicherer Halt durch ausreichende Implantatlänge für die Prothese.

by: J.Hidding F.Lazar J.E.Zöller


Die Schleimhautverhältnisse bleiben erhalten, daneben bietet die Distraktionsosteogenese noch weitere erhebliche Vorteile:





Knochentransplantate


Frontalzahnverlust nach Unfall im Zusammenhang mit erheblichem Knochendefekt

Auflagerung eines Knochenblockes aus dem Bereich der hinteren Backenzähne

2 fehlende Backenzähne im Oberkiefer




Jochbein-Implantate


Zygoma-Implantate werden zusätzlich zur Alveolarkammverankerung in den Knochen des Processus zygomaticus (Jochbeinfortsatz) der Maxilla und in den basalen Anteil des Os zygomaticus eingeschraubt und stützen sich mechanisch im Jochbeinmassiv ab. Damit wird ein bisher implantologisch nicht genutzter Knochen als stabiles Implantatlager verwendet. Uns vorliegende Berichte basieren auf den Erfahrungen des Einsetzens von 18 Zygoma - Implantaten bei 12 Patienten. Dabei wird besonders die Indikationsstellung für die Verwendung dieses Implantattyps diskutiert. Erfahrungen lassen den Schluß zu, daß das Zygoma-Implantat gerade bei Problempatienten wie Tumorpatienten mit einem Oberkieferresektionsdefekt sowie Patienten mit einer extremen Oberkieferatrophie (-rückbildung) als letzte Möglichkeit einer stabilen Prothesenverankerung eingesetzt werden kann. Dies gilt besonders dann, wenn augmentative (aufbauende) Verfahren aussichtslos wären oder nicht zum Ziel geführt haben. Das Zygoma-Implantat kann aber auch sehr sinnvoll zur Vermeidung einer Oberkiefer-Augmentation, zur Entlastung eines im Oberkiefer augmentierten Knochens und als Alternative zur Sinusbodenelevation (-erweiterung) verwendet werden.




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